Sie möchten mehr über Schmuck und Edelsteine wissen? Hier ist die Wissen Sektion der Goldschmiede Beste:

Was sind Edelmetalle?
Im Allgemeinen werden Metalle unterschieden in Edelmetalle und Unedelmetalle. Der Begriff Edelmetall selber ist klar definiert. Ein Edelmetall geht unter Raumtemperatur keine chemische Verbindung mit dem Sauerstoff der Luft ein. Edelmetalle werden also nicht angegriffen, und somit entstehen keine Oxidationen. Neben den bekannten Edelmallen, Gold, Silber, Platin existieren noch weitere eher weniger bekannte Edelmetalle, die auch als Platinnebenmetalle bezeichnet werden. Dies sind Palladium, Rhodium, Ruthenium, Osmium, und Iridium. Unedelmetalle hingegen bilden mit dem Sauerstoff der Luft Oxide. Beispielsweise reagiert Eisen mit Sauerstoff zu Eisenoxyd, welches unter dem Trivialnamen Rost bekannt ist.
Manchmal werden Edelmetalle auch als korrosionsbeständig bezeichnet, d.h. der Werkstoff reagiert nicht mit seiner Umwelt. Diese Auslegung ist jedoch eine nicht hinreichende Definition. Silber wäre demnach kein Edelmetall, es geht nämlich eine Verbindung mit Schwefel ein. Die Entstehung von Silbersulfid, das „Anlaufen“, lässt sich auf den Schwefelgehalt in der Luft zurückführen.

Wissenswertes über Gold und den Feingehalt?
Gold zählt zu den ältesten vom Menschen verarbeitenden Metallen, da es relativ weich und somit leicht zu bearbeiten ist. Schon 6000 Jahre v. Chr. wurde es zur Schmuckherstellung sowie als Tauschobjekt verwendet. Das chemische Zeichen „Au“ geht auf das lateinische „Aurum“ zurück. Es hat eine relative hohe Schmelztemperatur von 1063°C. Die Dichte ist ebenfalls hoch, beträgt nämlich 19,3 g/cm³. Schon immer war der Wert des Goldes sehr hoch, da die Gewinnung von Gold schwierig ist, es relativ selten gefunden wird, und der Glanz dieses gelben Metalls den Menschen aus religiösen, politischen, wirtschaftlichen, ästhetischen und anderen Gründen sehr gut gefiel. Außerdem zählt Gold neben Kupfer (rot) und Silber (weiß) mit seiner gelben Farbe zu den einzigen Buntmetallen unter den Elementen. Alle anderen Metalle besitzen eine graue Farbe. Somit stellt Gold das einzige gelbe Metall da. Nur Messing ist ebenfalls gelb. Jedoch behält Messing, es handelt sich hier nur um eine Legierung seine Farbe nicht, es läuft an, da es kein Edelmetall ist. Infolgedessen verfügt Gold über einmalige Eigenschaften.
Das chemisch reine Gold wird auch als Feingold bezeichnet. Gold ist von einzelnen Säuren nicht löslich. Lediglich in Königswasser, ein Gemisch aus Salpetersäure und Salzsäure ist es löslich. In Verbindung mit Quecksilber entsteht Goldamalgam. Gold ist ein sehr dehnbares Metall. Es kann bis zu 0,00011 mm geschlagen werden, dem sogenannten Blattgold. Da Gold sehr weich ist, wird es im legierten Zustand verarbeitet. Überwiegend wird es mit Silber und Kupfer vermischt um eine höhere Härte zu erhalten. Der Silberzusatz bewirkt eine hellere Farbe. Kupfer färbt das Gold dunkler. Demzufolge enthält Gelbgold ungefähr im gleichen Verhältnis Kupfer und Silber. Rotgold weist viel Kupfer und wenige Silber auf.
Weißgold weist zusätzlich noch Palladium oder Nickel auf, um das Gold zu „entfärben“. Das Palladiumweißgold auch Fasserweißgold genannt, ist recht „geschmeidig“ und wird somit gerne als Material für Edelsteinfassungen verwendet. Das Nickelweißgold hingegen ist eine harte Legierung die für mechanisch beanspruchte Teile, wie z.B. Schnepper verwendet wird.
Die Reinheit von Gold, der Feingehalt, wird in Promille Angaben vorgenommen. So besagt der Stempelabdruck „750“ in Schmuck oder Gerät, dass die Metalllegierung von 1000 Gewichtsanteilen 750 Anteile (also 75%) reines Gold enthält. Historisch wurde Gold in Karat (nicht zu Verwechseln mit dem Steingewicht ct.) angegeben. 24 Karat stimmen mit 1000er Gold – dem Feingold – überein. 18 Karat sind demnach mit „750“ gleichzusetzen. 14 Karat entspricht „585“, und 9 Karat kommt mit „375“ überein. Das gering legierte „333“ Gold entspricht dann 8 Karat. Bei Münzen wird auch Gold mit 916,6 Anteilen, d. h. 22 Karat, verwendet.

Was ist Altgold?
Altes Gold benennt man als Altgold welches keine oder nur noch beschränkten Gebrauch findet. Dies können sowohl Schmuckstücke als auch Uhren sein. Der Zustand der Goldstücke spielt letztlich eine untergeordnete Rolle, denn als Altgold kann man sowohl intakte sowie auch unvollständige oder defekte Schmuckstücke anführen. Bei beschädigtem Gold spricht man oft auch von Bruchgold. So werden z.B. 333er Kettchen nach langer Zeit porös und zersetzen sich, da der Edelmetallgehalt sehr gering ist. Da Altgold als Synonym für die anderen Edelmetalle genutzt wird, kann man im großen und ganzen Sagen, dass unter den Begriff Altgold alle ungenutzten Edelmetalle fallen, ganz egal welche Form sie haben. Der Wert von Altgold hängt von zwei Kriterien ab. Zum einem von dem Gewicht des zu verkaufenden Stückes, und zum anderen vom Feingehalt. Je schwerer das Stück, und je höher der Feingehalt, desto höher der Preis.

Was ist Silber:

Silber ist die Übersetzung des lateinischen Wortes „Argentum“. Dementsprechend lautet das chemische Symbol „Ag“. Der Schmelzpunkt liegt niedriger als der von Gold, nämlich bei 960°C. Silber ist das Metall mit der besten Leitfähigkeit für Wärme und Elektrizität. Außerdem verfügt es über die hellste weiße Farbe unter den Metallen, und zählt somit zu den Buntmetallen. Silber oxidiert nicht mit dem Sauerstoff der Luft, und gehört somit zu den Edelmetallen. Allerdings reagiert Silber in Verbindung mit Schwefel, was umgangssprachlich als „Anlaufen“ bei Schmuck, Pokalen, Kelchen oder Besteck zu beobachten ist. Silber geht hierbei eine Verbindung mit dem Schwefelgehalt der Luft ein. An der Oberfläche entsteht Schwefelsulfid.
Unempfindlich ist Silber gegen Salzsäure und Königswasser, da das Silberchlorid dem Säureangriff wiedersteht. Jedoch wird Silber durch konzentrierte heiße Schwefelsäure und Salpetersäure gelöst. Eine Legierungsmöglichkeit ist die Verbindung von Silber und Quecksilber zu Silberamalgam.
Für den Schmuckbereich wird Silber fast immer mit Kupfer legiert. Das Sterlingsilber hat einen Feingehalt von 925 Promille Silber und 75 Anteile Kupfer. Andere gebräuchliche Silberlegierungen sind das 835/- sowie das 800/-. Für Emaille-Arbeiten wird das höher legierte 970er Silber verwendet, da hier weniger Kupferanteile oxidieren können, und die Farbe des Silbers evtl. verändern.

Wie sieht die Ausbildung eines Goldschmiedes aus?

Der Ausbildungsberuf zum Goldschmied ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, der gemäß des Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO) geregelt ist. Dementsprechend kann eine duale Berufsausbildung in einem Betrieb, in der Industrie unter Anleitung eines Goldschmiedemeisters in Kombination mit einer Berufsschule absolviert werden. Alternativ bilden auch besondere Fachschulen in Vollzeit aus. Hierzu zählt die Zeichenakademie in Hanau, und die Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim. Die Ausbildungsdauer beläuft sich mittlerweile nur noch auf 3,5 Jahre, und nicht mehr auf vier Jahre wie früher einmal üblich. Die Aufgabe von Goldschmieden besteht nicht nur in der Anfertigung von neuem Schmuck und Gerät, sondern auch im Entwurf bzw. Gestaltung von Schmuck oder Gebrauchsgegenstände aus Edelmetall. Auch die Reparatur z.B. von Ketten, Ringen und Broschen gehört zu dem Aufgabenbereich.
Obwohl der Beruf Goldschmied heißt, wird nicht nur in Gold, sondern auch in allen anderen Edelmetallen wie Silber und Platin gearbeitet. Der Beruf des Silberschmiedes ist nicht für die Herstellung von Schmuck, sondern Gerät bestimmt, wie z.B. Pokale, Karaffen, Kannen oder Gefäße. In Industriebetrieben wird oft eine Produktspezialisierung der Azubis im dritten Lehrjahr auf einen Fachbereich vorgenommen. Hier existieren die Fachrichtungen: Juwelen, Ketten und Schmuck.
Ein Auszubildender muss ein gutes handwerkliches Geschick, viel Ruhe, Präzision und Sorgfalt mitbringen. Da im Fall von Neuarbeiten auch Entwürfe gezeichnet werden müssen, ist Kreativität ebenfalls eine Voraussetzung an einen Azubi. Oft sind Goldschmiede auch im Verkauf tätig, so gehört auch Kommunikationsfähigkeit und Serviceorientierung in das Anforderungsprofil. Nach bestandener Prüfung erhält der Azubi seinen Gesellenbrief, und kann als Geselle tätig werden. Mit zwei Jahren Berufserfahrung kann eine Meisterausbildung begonnen werden. Anstatt einer Meisterausbildung ist auch eine weitere Lehre als Edelsteinfasser/Schmucksteinfassers, oder kurz „Fasser“ genannt sinnvoll.

Wie sieht der Beruf des Edelsteinfassers aus?
Der Beruf des „Fassers“ bezeichnet einen eigenen Ausbildungsberuf, der ein Spezialist in der Schmuck- und Goldschmiedebranche ist. Strebt ein Goldschmied einen guten Arbeitsplatz an, muss er auch Steine fassen können. Unter der Arbeit des Schmucksteinfassers versteht man das Einsetzen und Befestigen von Schmucksteinen, Perlen oder Edelhölzern in angefertigte Schmuckstücke. Ein sicherer und fester Sitz ist notwendig, damit die Schmucksteine nicht verloren gehen. Ein profanes Festkleben ist in Bezug auf die Festigkeit nicht gleichwertig, und würde auch die Brillanz eines Steines durch den Klebstoffe mindern. Als Schmucksteine können Edelsteine aber natürlich auch Glas-, oder synthetische Steine eingesetzt werden. Umgangssprachlich ist auch vom „Fassen“ die Rede. Fassungen werden oft schon von Goldschmieden gefertigt, so dass die Steine nur noch gefasst werden müssen. Fasser können aber auch selber die Fassungen bauen. Zunächst skizzieren die „Fasser“ die Anordnung der Steine auf dem Schmuckstück. Perfektes Arbeiten ist hier notwendig. Danach fertigen und gestalten sie die passenden Fassungen aus unterschiedlichen Metallen, wobei sie verschiedene handgeführte Werkzeuge, Kleinmaschinen und Lötgeräte benutzen. Bei einigen Schmuckstücken werden die Steine auch direkt in das Edelmetall gesetzt, z.B. bei Trauringen. Hierzu muss eine Steinauflage eingearbeitet werden, um dann das umliegende Metall anzutreiben. Das Arbeitsumfeld eines Fassers umfasst auch die Beratung eines Goldchmiedes.
In der Berufspraxis existieren einzelne Werkstätten die nur Schmucksteine fassen. Kunden sind hier Goldschmiede, Juweliergeschäfte und auch die schmuckproduzierende Industrie.
Die Ausbildungsdauer liegt bei 3 bis 3,5 Jahren. Für Personen die über eine Ausbildung in einem metallverarbeitenden Beruf verfügen (z.B. Goldschmied), verringert sich diese Zeit auf 2 oder 2,5 Jahre. An Fachschulen wie der Zeichenakademie in Hanau, und die Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim kann die Ausbildung in Vollzeit auch absolviert werden. Voraussetzung zur Aufnahme ist eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung als Goldschmied oder in einem anderen Edelmetallverarbeitenden Beruf. Allerdings kann die Lehre auch klassisch im Handwerk, oder in der Industrie stattfinden. Neben dem eigentlichen Fassen steht auf dem Lehrplan auch die Herstellung von Fasserwerkzeugen, grundlegende Techniken zur Edelmetallverarbeitung, Techniken zur Oberflächengestaltung und Edelsteinkunde. Ein Auszubildender benötigt, wie im Goldschmiedeberuf auch, viel Sorgfalt, um winzige Edelsteine in Schmuckstücke einzusetzen. Da Edelsteinfasser mit teilweise sehr teuren Edelsteinen arbeiten, ist auch das Verantwortungsbewusstsein enorm wichtig.
Was ist ein Gemmologe? Was ist Gemmologie?

Unter der Gemmologie versteht man die Wissenschaft die sich mit Edelsteinen befasst. Der Begriff Edelsteinkunde ist im deutschen Sprachgebrauch allerdings häufiger verwendet. Auf mineralogischer Grundlage wird auf die Entstehung, Vorkommen, Bestimmungsmöglichkeiten und die Eigenschaften der Edelsteine eingegangen. Dieses Wissen wird dann in der Praxis für die Bestimmung bzw. die Unterscheidung von natürlichen Steinen im Vergleich zu Synthesen und Imitationen genutzt. Da „echte“ natürliche Edelsteine viel wertvoller sind als künstlich hergestellte Steine, ist eine Identifizierung von großer Bedeutung. Gemmologen sind die entsprechenden Fachleute, bzw. Sachverständigen die die Qualität von Steinen bewerten.

Gerätschaften und Untersuchungsmethoden der Gemmologie:

Die gemmologische Untersuchung erfolgt anhand von unterschiedlichen Eigenschaften und Merkmalen, die alle zerstörungsfrei sind. Man charakterisiert die Steine anhand ihrer kristallographischen, optischen, chemischen und physikalischen Eigenschaft. So basiert die Systematik der Edelsteine auf dem kristallchemischen System. Ein Edelstein kann gemäß den sieben Kristallsystemen klassifiziert werden. Dementsprechend ist z.B. die Lichtbrechung, die Wärmeleitfähigkeit, oder die Dichte ungleich.Die Identifizierung eines Edelsteines beruht auf der Ausschlussmethode. Möglichst viele Werte sollten begutachtet werden, denn es handelt sich um Naturprodukte, bei denen keine hundertprozentigen exakten Werte festgelegt sind. Es wird immer ein Wertebereich verwendet, wo es natürlich auch noch zu Überschneidungen kommt. Beispielsweise hat ein Saphir eine Dichte von 3,95 bis 4,03 g/cm3, und Glas liegt zwischen 2,39 – 4,20 g/cm3. Somit ist jeder Stein umfangreich und individuell zu Betrachten. Ziel der Untersuchungen ist immer den Edelstein von seinen Nachahmungen und Fälschungen zu unterscheiden.

Links:

Wikipedia -> Gold

Wikipedia -> Silber

Wikipedia -> Platin

Wikipedia -> Diamant

Wikipedia -> Juwelier

Wikipedia -> Saphir

Wikipedia -> Goldschmiedekunst

Wikipedia -> Rubin

Wikipedia -> Smaragd

Wikipedia -> Winterberg

GIA – Gemological Institute of America

HRD – Antwerp Institute of Gemology

IGI – Institute of Gemology

DPL – Diamant Prüflabor GmbH – Idar-Oberstein

Staatliche Zeichenakademie Hanau

Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim

Die Internet-Plattform für Kunst und Schmuck

Gesellschaft für Goldschmiedekunst e. V.

Homepage von Winterberg